Dresscode für die Hochzeit: Formulierungen für eure Einladung
Dresscode für die Hochzeit in der Einladung: was Black Tie, Cocktail und festlich bedeuten, dazu acht Formulierungen zum Kopieren.
„Was soll ich denn anziehen?" ist die Frage, die euch nach dem Verschicken der Einladungen am häufigsten erreicht. Meistens abends, meistens einzeln, meistens von Menschen, die sich einfach nur richtig anziehen möchten.
Ein einziger Satz in eurer Einladung nimmt diese Unsicherheit weg. Hier steht, was die gängigen Dresscodes bedeuten, wie ihr sie formuliert, ohne streng zu klingen, und wo der Hinweis hingehört, damit ihn wirklich alle finden.
Warum der Dresscode in die Einladung gehört
Eure Gäste möchten zu euch passen. Ohne Hinweis raten sie, und Raten führt zu zwei unangenehmen Enden: Jemand kommt zu leger und fühlt sich den ganzen Abend unwohl, oder jemand kommt im Abendkleid zur Gartenfeier auf dem Bauernhof.
Ein Dresscode ist deshalb kein Befehl, sondern eine Erleichterung. Er sagt: So festlich wird es bei uns. Und je konkreter ihr werdet, desto entspannter wird der Morgen vor dem Kleiderschrank.
Die gängigen Dresscodes und was eure Gäste dann tragen
White Tie. Die formellste Stufe überhaupt: Frack, weiße Weste, weiße Fliege, für die Damen bodenlanges Abendkleid und lange Handschuhe. Auf deutschen Hochzeiten kommt das praktisch nie vor, ihr könnt es getrost überspringen.
Black Tie. Smoking mit schwarzer Fliege, dazu Kummerbund oder Weste, für die Damen ein langes Abendkleid oder ein sehr elegantes langes Kleid. Dieser Dresscode passt zu Feiern, die am Abend beginnen, und wirkt bei einer Trauung um elf Uhr morgens deplatziert.
Black Tie optional. Wer einen Smoking hat, darf ihn tragen, ein dunkler Anzug mit Krawatte ist genauso richtig. Für die Damen heißt das: langes Kleid oder sehr festliches kürzeres Kleid, beides funktioniert.
Cocktail. Der elegante Mittelweg: knielange oder wadenlange Kleider, für die Herren ein dunkler Anzug mit Hemd, Krawatte nach Wunsch. Kein Smoking, aber auch nichts, was man im Büro trägt.
Festlich. Der häufigste Dresscode auf deutschen Hochzeiten und gleichzeitig der schwammigste. Gemeint sind Anzug oder eleganter Hosenanzug, Kleid oder Rock mit Bluse, gern in Farbe, nur eben ohne Jeans und Sneaker.
Sommerlich elegant. Leichte Stoffe, helle Farben, Leinenanzug ohne Krawatte, luftiges Kleid mit Sandalen. Perfekt für eine Feier im Freien, bei der abends trotzdem noch eine Jacke im Auto liegen sollte.
Casual chic. Chino mit Hemd und Sakko, Kleid oder Rock mit Bluse, bequeme, aber gepflegte Schuhe. Gepflegt und entspannt, ohne dass sich jemand verkleidet fühlt.
Gartenparty. Wie sommerlich elegant, nur mit einem sehr praktischen Zusatz: Blockabsatz oder Keilabsatz statt Pfennigabsatz. Auf Rasen und Kies ist das kein Stilhinweis, sondern eine Frage der Standfestigkeit.
Farbkonzept. Statt eines Formalitätsgrads nennt ihr eine Farbfamilie, zum Beispiel Erdtöne, Salbeigrün oder Blautöne. Das sieht auf Gruppenfotos wunderschön aus, braucht aber unbedingt Beispiele, sonst steht die halbe Gästeschar ratlos vor dem Schrank.
Eine Regel gilt unabhängig vom Dresscode: Weiß und Creme sind der Braut vorbehalten. Schreibt das ruhig dazu, das ist keine Strenge, sondern gelernte Höflichkeit, an die sich trotzdem nicht alle erinnern.
Dresscode formulieren: acht Sätze für eure Einladung zum Kopieren
Sucht euch die Variante aus, die nach euch klingt, und tauscht nur die Details.
„Wir freuen uns über festliche Kleidung. Bitte verzichtet auf Weiß und Creme, das bleibt der Braut vorbehalten."
„Wir feiern am Abend und wünschen uns große Garderobe: Smoking und langes Abendkleid. Wenn ihr keinen Smoking habt, ist ein dunkler Anzug genauso willkommen."
„Dresscode: Cocktail. Also knielange Kleider und dunkle Anzüge, festlich, aber ohne Frack und Fliege."
„Wir feiern draußen im Garten. Zieht euch sommerlich elegant an und denkt an Schuhe, die auf Rasen standfest sind. Für den Abend nehmt gern etwas Wärmeres mit."
„Bei uns wird es locker: schick genug fürs Fotoalbum, bequem genug zum Tanzen. Krawatten sind ausdrücklich freiwillig."
„Wir würden uns freuen, wenn ihr in Erdtönen kommt, also Beige, Sand, Terrakotta, Olive oder Rost. Wer nichts Passendes findet, kommt einfach in seiner Lieblingsfarbe, Hauptsache ihr seid da."
„Für die Trauung in der Kirche bitten wir um bedeckte Schultern. Für die Feier danach dürft ihr euch gern umziehen, wir haben Platz dafür."
„Es gibt keinen Dresscode. Kommt so, wie ihr euch schön fühlt. Zur Einordnung: Wir beide tragen Anzug und langes Kleid."
Weitere fertige Textbausteine für die restliche Einladung, von herzlich bis elegant, findet ihr in unserer Sammlung zum Hochzeitseinladung Text.
Farbwünsche äußern, ohne Vorschriften zu machen
Ein Farbkonzept ist der Wunsch, der am schnellsten wie eine Anordnung klingt. Drei Kniffe helfen dagegen.
Nennt Farben als Familie, nicht als Farbcode. „Blau- und Grautöne" lässt Spielraum, „Pantone 5405" schließt Menschen aus. Zeigt außerdem Beispiele statt Namen, denn Salbeigrün stellt sich jede Person anders vor. Ein kleines Farbfeld oder ein Foto auf eurer Website sagt mehr als jede Beschreibung.
Und lasst immer eine Tür offen. Ein Satz wie „Wer nichts Passendes im Schrank hat, kommt einfach so" nimmt sofort den Druck raus. Niemand soll sich für euren Tag ein Kleid kaufen müssen.
Dresscode für Kinder
Haltet ihn bewusst locker. Kinder sitzen unter Tischen, rennen über Wiesen und finden garantiert die einzige Pfütze weit und breit. Ein Satz wie „Die Kleinen dürfen kommen, wie sie mögen, Hauptsache sie können darin spielen" entspannt die Eltern mehr, als ihr ahnt.
Wenn ihr Blumenkinder habt, klärt deren Kleidung direkt mit den Eltern und nicht über die Einladung. Und sagt ehrlich dazu, wer das bezahlt.
Wohin mit dem Hinweis, damit ihn alle finden
Auf die Einladung gehört ein Satz, mehr nicht. Alles Weitere hebt ihr euch für den Ort auf, an dem eure Gäste nachschauen können, wenn die Frage wirklich auftaucht: eure Hochzeitswebsite.
Dafür gibt es bei uns den Abschnitt FAQ. Er kommt schon mit sechs Beispielfragen zu Dresscode, Parkplätzen, Kindern, Geschenken, Begleitung und Anmeldeschluss. Ihr formuliert eure Antworten einfach hinein und löscht, was für euch nicht passt. Auf der Seite erscheinen die Fragen zum Aufklappen, eure Gäste finden ihre Antwort also in Sekunden.
Und weil Trauung und Feier manchmal unterschiedlich formell sind, hat jeder Ort im Abschnitt Location ein eigenes Feld Dresscode. So kann bei der Kirche „bedeckte Schultern" stehen und bei der Abendlocation „festlich", ohne dass ihr irgendetwas doppelt erklären müsst.
Der schönste Nebeneffekt: Wenn sich kurz vor der Hochzeit noch etwas ändert, ändert ihr einen Satz auf eurer Seite, und alle sehen sofort den neuen Stand. Bei gedruckten Karten müsstet ihr jeden Einzelnen anschreiben. Wie so eine Seite entsteht, zeigt unser Beitrag zum Erstellen einer Hochzeitswebseite.
Häufige Fragen zum Dresscode
Was bedeutet Black Tie genau?
Black Tie heißt Smoking mit schwarzer Fliege, dazu Kummerbund oder Weste, und für die Damen ein langes Abendkleid. Der Dresscode gilt für Abendveranstaltungen, klassisch ab etwa 18 Uhr. Für eine Feier, die mittags beginnt, ist er zu viel.
Was heißt „festlich" auf einer Hochzeit?
Festlich liegt zwischen Business und Abendgarderobe: Anzug, Kleid oder eleganter Hosenanzug, gern farbig. Weil der Begriff so dehnbar ist, lohnt ein konkreter Zusatz wie „festlich, wir beide tragen Anzug und langes Kleid". Dann weiß jede Person sofort, woran sie ist.
Dürfen Gäste Schwarz tragen?
Ja, das gilt längst nicht mehr als unpassend. Ein schwarzes Cocktailkleid mit farbigen Accessoires wirkt festlich und nicht düster. Wenn ihr es trotzdem lieber bunt hättet, schreibt genau das in die Einladung, freundlich und ohne Verbot.
Was ziehen Kinder auf einer Hochzeit an?
Etwas Schickes, in dem sie sich frei bewegen können, plus Wechselkleidung für später. Kinderkleidung muss nicht zum Dresscode passen, und niemand erwartet kleine Anzüge. Wichtiger ist, dass die Kleinen den Tag genießen.
Was tun, wenn sich jemand nicht an den Dresscode hält?
Nichts. Wirklich nichts. Am Ende zählt, wer da ist, und nicht, was er trägt. Ihr werdet euch später an die Umarmung erinnern und nicht an die Sneaker darunter.
Ein Satz weniger Rückfragen
Schreibt euren Dresscode in einem einzigen freundlichen Satz in die Einladung und legt die Details auf eure Website. Das erspart euch in den Wochen vor der Hochzeit erstaunlich viele Nachrichten.
Wenn ihr sehen wollt, wie das bei anderen Paaren aussieht: Hier sind echte Beispielseiten. Und wenn ihr gleich anfangen möchtet, legt eure Seite kostenlos an, bezahlt wird erst, wenn sie online geht.