Trauzeugen Aufgaben: die Checkliste für euer Hochzeits-Team
Trauzeugen Aufgaben im Überblick: was vor, am und nach der Hochzeit zu tun ist, fünf Ideen zum Fragen und Tipps für die Trauzeugin-Rede.
Trauzeugin und Trauzeuge sind die zwei Menschen, die an eurem großen Tag mitdenken, während ihr einfach nur heiraten dürft. Sie halten die Ringe, beruhigen Nerven, sammeln verlorene Jacken ein und wissen, wo die Ersatzstrumpfhose liegt.
Was genau zu dieser Rolle gehört, steht nirgendwo geschrieben. Deshalb haben wir es hier aufgeschrieben: was heute noch rechtlich gilt, welche Aufgaben vor, am und nach dem Tag anfallen, fünf schöne Arten zu fragen und was niemand von einer Trauzeugin verlangen darf.
Sind Trauzeugen heute noch Pflicht?
Beim Standesamt nicht mehr. Seit der Reform des Eheschließungsrechts im Sommer 1998 könnt ihr in Deutschland ohne Trauzeugen heiraten. Wenn ihr möchtet, dürfen bis zu zwei Personen die Urkunde mit unterschreiben, es ist aber vollkommen freiwillig.
Anders sieht es in der Kirche aus. Bei einer katholischen Trauung sind zwei Trauzeugen weiterhin vorgeschrieben, bei einer evangelischen Trauung hängt es von der Gemeinde ab, üblich und gern gesehen sind sie fast überall. Fragt bei eurem Trauungsgespräch einfach nach, dann wisst ihr es sicher. Wie so ein Termin abläuft, steht in unseren Beiträgen zur standesamtlichen Trauung und zur freien Trauung.
Die eigentliche Rolle ist heute also keine juristische mehr, sondern eine menschliche. Und die ist deutlich schöner.
Trauzeugen Aufgaben vor der Hochzeit
Der größte Teil der Arbeit passiert lange vor dem Tag selbst. Wichtig ist nur, dass ihr sagt, was ihr euch wünscht. Niemand errät das.
- Ansprechpartnerin sein, wenn euch die Planung über den Kopf wächst
- Beim Kleid oder Anzug mitgehen und ehrlich sein
- Junggesellenabschied organisieren, abgestimmt auf euren Geschmack
- Überraschungen mit anderen Gästen koordinieren, Spiele, Reden, Musik
- Gästen bei Rückfragen helfen, damit nicht alles bei euch landet
- Den Ablauf des Tages kennen, mit Uhrzeiten und Telefonnummern
- Eine kurze Rede vorbereiten, falls gewünscht
Beim letzten Punkt lohnt es sich, früh zu klären, wer überhaupt spricht. Sonst erzählen am Abend vier Menschen dieselbe Geschichte von der ersten gemeinsamen Reise.
Am Hochzeitstag selbst
Hier zeigt sich, warum diese Rolle so wertvoll ist. Alles, was auf dieser Liste steht, müsst ihr an eurem eigenen Tag nicht mehr denken.
- Die Ringe sicher aufbewahren und zur richtigen Sekunde übergeben
- Die Braut oder den Bräutigam morgens begleiten, ruhig bleiben, Wasser reichen
- Notfalltasche dabeihaben: Pflaster, Nadel und Faden, Deo, Snacks, Ladekabel
- Bei der Trauung unterschreiben, falls Trauzeugen vorgesehen sind
- Gäste einsammeln, wenn alle zum Gruppenfoto sollen
- Dienstleister empfangen und Fragen abfangen
- Trinkgelder übergeben, wenn ihr sie vorbereitet habt
- Euer Handy übernehmen, damit ihr nicht ständig erreichbar seid
Der letzte Punkt ist der unterschätzteste von allen. Wer an seinem Hochzeitstag das eigene Handy abgibt, erlebt den Tag doppelt so intensiv.
Nach der Hochzeit
Ein paar Kleinigkeiten laufen noch weiter, meistens am Tag danach.
- Beim Aufräumen helfen und Mietartikel zusammenstellen
- Deko, Geschenke und vergessene Jacken sicher verstauen
- Die eingesammelten Gästefotos an euch weiterleiten
- Sich selbst einen faulen Tag gönnen, das ist verdient
Trauzeuge fragen: fünf Ideen
Die Frage ist ein kleiner Moment für sich. Nehmt euch Zeit dafür, alles ist schöner als eine Nachricht zwischen Tür und Angel.
- Ein Brief. Handgeschrieben, mit einer gemeinsamen Erinnerung darin und der Frage ganz am Ende. Der wird aufgehoben, garantiert.
- Ein Essen zu zweit. Ladet die Person ein, erzählt von eurer Planung und fragt beim Nachtisch. Ohne Publikum, dafür mit voller Aufmerksamkeit.
- Eine Kleinigkeit mit Gravur. Ein Schlüsselanhänger, eine Kette oder ein Flachmann mit „Willst du meine Trauzeugin sein?". Klein, persönlich, sofort verständlich.
- Ein Foto von früher. Sucht ein Bild aus eurer gemeinsamen Zeit, schreibt die Frage auf die Rückseite und schickt es per Post. Post bekommt heute kaum noch jemand.
- An dem Ort, der euch verbindet. Die alte Stammkneipe, der See aus dem Sommer nach dem Abi, der Balkon der ersten Wohnung. Der Ort erzählt schon die halbe Geschichte.
Ein Hinweis dazu: Lasst der Person ein paar Tage Bedenkzeit und macht deutlich, dass ein Nein auch in Ordnung ist. Manchmal stecken ein Umzug, eine Schwangerschaft oder eine schwere Zeit dahinter, von der ihr gar nichts wisst.
Was Trauzeugen nicht müssen
Rund um diese Rolle haben sich Erwartungen eingeschlichen, die niemand erfüllen muss. Sprecht sie lieber offen an, bevor sie zum stillen Problem werden.
Niemand muss den Junggesellenabschied allein bezahlen. Wenn ihr euch etwas Aufwendiges wünscht, sagt dazu, dass die Kosten auf alle Teilnehmenden verteilt werden. Niemand muss sich ein bestimmtes Kleid kaufen. Wenn ihr euch ein einheitliches Bild wünscht, bietet eine Farbfamilie an statt eines konkreten Modells, und rechnet damit, dass jemand beim Preis passen muss.
Und niemand muss eine Rede halten. Es gibt Menschen, die lieber den ganzen Abend die Bar organisieren, als zwei Minuten vor sechzig Gästen zu sprechen. Beides ist eine Liebeserklärung, nur in unterschiedlicher Sprache.
Trauzeugin Rede: fünf Punkte, die jede gute Rede hat
Diese fünf Punkte könnt ihr gern weitergeben, wenn jemand nach Hilfe fragt.
- Kurz halten. Drei bis fünf Minuten sind perfekt. Nach sieben Minuten schaut der erste Tisch aufs Handy.
- Eine einzige Geschichte erzählen. Nicht fünf Anekdoten aneinanderreihen, sondern einen Moment ausmalen, der zeigt, wer dieser Mensch ist.
- Beide meinen. Die Rede gilt dem Paar, nicht nur der besten Freundin. Ein Satz darüber, was sich verändert hat, seit die beiden zusammen sind, trägt den ganzen Abend.
- Nichts Peinliches. Die Faustregel: Wenn die Großmutter oder die Chefin dabei sitzen könnte, ohne dass es unangenehm wird, ist die Geschichte in Ordnung.
- Einmal laut üben. Wirklich laut, am besten vor einer anderen Person. Was auf Papier gut klingt, fühlt sich beim Sprechen oft ganz anders an.
Euer Team auf eurer Hochzeitswebsite
Damit eure Gäste wissen, an wen sie sich wenden können, gibt es bei uns den Abschnitt Trauzeugen. Dort stellt ihr bis zu sechs Personen mit Foto, Name, Rolle und einer kurzen Beschreibung vor, gern mit einer Anekdote.
Wer möchte, hinterlegt dazu E-Mail, Telefon und Instagram. Auf der Seite erscheinen die Links dann als „E-Mail", „Anrufen" und „Instagram", und Fragen zum Parkplatz oder zur Uhrzeit landen nicht mehr bei euch. Die Rolle ist ein freies Textfeld, „Blumenkind" oder „Hochzeitsplanerin" passt also genauso hinein wie „Trauzeugin".
Nebenbei ist dieser Abschnitt ein kleines Dankeschön, das alle sehen. Wie ihr eure Seite insgesamt aufbaut, zeigt der Beitrag zum Erstellen einer Hochzeitswebseite, und wo die Trauzeugen im Ablauf der Planung auftauchen, steht in unserer Checkliste für die Hochzeitsplanung.
Häufige Fragen zu Trauzeugen
Wie viele Trauzeugen darf man haben?
Beim Standesamt sind bis zu zwei Personen möglich, und auch die nur, wenn ihr möchtet. In der Kirche sind es in der Regel zwei. Für alles andere gibt es keine Grenze: Viele Paare haben ein größeres Team aus Freundinnen und Freunden, das offiziell keine Trauzeugen sind, aber genauso mit anpackt.
Wann fragt man seine Trauzeugen?
Etwa acht bis zwölf Monate vor der Hochzeit, also kurz nachdem Datum und Location feststehen. Dann hat die Person genug Vorlauf für den Junggesellenabschied und kann sich den Tag freihalten.
Muss man Geschwister zu Trauzeugen machen?
Nein, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Wählt die Menschen, die euch im Alltag wirklich tragen. Wenn ihr Sorge habt, dass sich jemand übergangen fühlt, gebt dieser Person eine andere sichtbare Rolle, zum Beispiel eine Lesung bei der Trauung.
Was kostet es, Trauzeugin zu sein?
Das entscheidet ihr mit. Üblich sind ein Outfit, das ohnehin zur Feier passt, ein Geschenk und der eigene Anteil am Junggesellenabschied. Alles darüber hinaus solltet ihr offen besprechen, statt es stillschweigend vorauszusetzen.
Kann man auch nur eine Trauzeugin haben?
Ja, das ist völlig normal. Eine Person, zwei Personen oder gar keine, jede Variante ist möglich. Entscheidend ist, dass es sich für euch richtig anfühlt.
Schreibt es auf, bevor der Tag kommt
Das Schönste, was ihr für euer Team tun könnt, ist Klarheit. Schreibt einmal auf, was ihr euch wünscht, und schickt es den beiden. Dann muss niemand raten, und alle können den Tag genießen.
Wenn ihr eure Trauzeugen mit Foto und Kontakt vorstellen möchtet, könnt ihr eure Seite bei uns kostenlos anlegen und ausprobieren. Schaut euch an, was dazugehört, oder legt direkt los.